Greifswalder Gene

 

 

 

Greifswald (SPA): Erstmals in der langen Geschichte der Medizin ist es der Wissenschaft gelungen, die Ausbildung kommunalen Genmaterials nachzuweisen. Dass diese sensationelle Entdeckung ausgerechnet den Laboren der Greifswalder Universitätsmedizin entspringt, ist wenig verwunderlich. Denn wie in kaum einer anderen Kommune Deutschlands scheint das suggerierte Nichtvorhandensein eines gene greifswaldis über Jahrzehnte den öffentlichen Diskurs in der Hansestadt zu spalten. Dies nahmen Prof. Dr. med. gen. Franz Stielitz und sein Team von der Universitätsgenklinik Anfang 2013 zum Anlass, mit der intensiven Forschung am geheimnisvollen Greifswald-Gen zu beginnen.

Nun stellen sich erste Erfolge ein. So ergab der Genpool eines zugezogenen Geschwisterpaares einen Treffer mit den über Jahre erfassten und ausgewerteten Daten jener wenigen echten Greifswalder Ureinwohner, die mit entsprechenden Nachweisen von denen übrigblieben, die von sich behaupteten, einige von jenen wenigen echten Greifswalder Ureinwohnern zu sein. Bei Yvonne und Yvette S. aus dem fernen Neubrandenburg wurde in einer winzigen Einbuchtung der Zirbeldrüse ein völlig autark vegetierender DNA-Strang als Genträger entdeckt, der einer abnormen Besonderheit ähnelt, die die Forscher bereits bei den wenigen übriggebliebenen echten Ureinwohnern evaluiert hatten.

Nachdem auch ein Gegentest dasselbe Ergebnis erbrachte, ging Prof. Dr. med. gen. Franz Stielitz nun an die Öffentlichkeit und kündigte weitere Testreihen zur Aufspürung des Greifswald-Gens an. Diese sind zuerst bei jenen Bevölkerungsgruppen vorgesehen, die als Einwohner der Hansestadt zwar gemeldet, deren Ausweispapiere aber durch exotische Geburtsorte wie Leipzig, Hoyerswerda oder Demmin charakterisiert sind. Die ganz großen Brocken allerdings folgen zum Schluss: Bürgerschaft und Bürgermeister Fassbinder, auf den er sich, so Stielitz, ganz besonders freue. Auch da diesem, wie jüngst im Zentralorgan der CDU Greifswald (Anm. der Redaktion: "Greifengeflüster"), ein grüner Schatten auf dem Gen prognostiziert wird, den der Professor nach den neuesten Versuchsreihen mit den Ex-Oberhäuptern Glöckner, von der Wense und König eher als "bürgermeisterschwarz" beschreiben würde. 

Yvonne und Yvette S. zeigen sich schon einmal hocherfreut: "Es ist zwar noch sehr klein, aber kerngesund. Alles ist dran und es bewegt sich." Auch die mit der Entdeckung verbundenen Privilegien bergen ausreichend Grund zur Freude. Ab sofort dürfen die Geschwister in der Innenstadt parken, den Marktplatz diagonal queren, ihr Wahlrecht in der Hansestadt wahrnehmen und als vollwertige Mitglieder der Gesellschaft in den sozialen Netzwerken interagieren.

 

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